Die Burg „Hundheim“ und der (nicht konfliktfreie) Lorscher Landesausbau im südlichen Odenwald.

Mathias Klefenz M.A. referiert im Rahmen der Vortragsreihe „Filialen und Burgen“ über die Burg „Hundheim“ und den (nicht konfliktfreie) Lorscher Landesausbau im südlichen Odenwald.

Ort
Paul-Schnitzer-Saal

Termine
Fr, 20.03.2020, 19:00 Uhr

Die Burg „Hundheim“ und der (nicht konfliktfreie) Lorscher Landesausbau im südlichen Odenwald.

Der Codex Laureshamensis, die wichtigste Quelle zur Lorscher Klostergeschichte, spiegelt im Kontext der darin überlieferten Rechtsgeschäfte momentaufnahmenhaft den umfangreichen, weitgestreuten Besitz und die erlangten hoheitlichen Rechte wider, die einst die wirtschaftlichen Grundlagen der ehemaligen Reichsabtei bildeten. Der Umfang, die Intensität und Entwicklung des durch Lorsch in seinen Besitzinseln betriebenen Landesausbaus, sind für einzelne Zeitabschnitte in der Regel nicht, oder nur unscharf greifbar. Deutlich sichtbar werden die jeweiligen Ambitionen allerdings, wenn Rechte und Interessen Dritter verletzt werden und schließlich die daraus resultierenden Konflikte ihren negativen Niederschlag in der Geschichtsschreibung finden. Die sogenannte Burg „Hundheim“ liegt in einem großräumigen, ehemaligen „Konfliktgebiet“, das zwischen Lorsch und dem Bistum Worms seit dem 10. Jh. umstritten war. Die hierbei immer wieder aufkeimenden Konfrontationen trübten lange Zeit das Verhältnis zwischen beiden Kirchen.

Im Jahre 2004 konnten auf der bis dato unscheinbaren Burgstelle am Neckar archäologische Untersuchungen durchgeführt werden. Die dabei freigelegten qualitätvollen bauarchäologischen Befunde liefern nicht nur neue Impulse für die Burgenforschung allgemein. Die Reste der Burganlage hinterlassen einen deutlichen Fußabdruck, der die dynamischen Siedlungsprozesse im Zuge des Lorscher Landesausbaus mit seinen einhergehenden Konflikten reflektiert und der es erlaubt, ein weiteres seit Jahrhunderten fast vergessenes Puzzleteilchen der Geschichte des Reichsklosters hinzuzufügen.

 

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